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Nr. 10/2008 vom 13.11.2008

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Warum eigentlich ...

BGH zu "relevanten Wirtschaftsinformationen"

Muster ohne Wert

Die Macht des Zinseszinseffektes

Fonds-Check: Der Options-Strategie-Fonds
Das immer wieder verwendbare Zitat (von Ernst R. Hauschka)

Wer täglich Interessenten und Kunden berät, der kommt ohne ein gutes
Unterstützungs-Netzwerk nicht mehr aus. Wie hilfreich ein Pool, eine Plattform
oder eine Vertriebsgesellschaft eingeschätzt werden, hängt meist vom Grad der
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Warum eigentlich ...

Die Welt steht Kopf und diverse Lehrbücher der Volks- und Betriebswirtschaft müssen wohl dringend überarbeitet werden. Dass die Finanzwelt, die stets die Einmischung des Staates auf niedrigstem Niveau zu halten versuchte, sich derzeit flächendeckend durch staatliche Hilfe retten lassen und sich freiwillig in eine zumindest Teilverstaatlichung begeben, hätte noch vor wenigen Monaten wohl kaum jemand für möglich gehalten. Natürlich gibt es Ausnahmen. Da legt die zweitgrößte spanische Bank Santander unbeeindruckt von allem, was um sie herum passiert, Bombenergebnisse vor und begründet diese damit, dass man sich einfach auf das Kerngeschäft der Bank konzentriert hätte. Anlageinstrumente, die man nicht vollständig verstehe, hätte man - glücklicherweise - stets gemieden. Anleger sollten sich eine solche Einstellung zu eigen machen.

Die größte deutsche Bank will es ebenfalls ohne staatliche Hilfe schaffen, um sich nicht doch noch schämen zu müssen. Aber natürlich profitiert auch die Deutsche Bank vom staatlichen Rettungspaket, denn wenn die Kapitalmärkte sich nicht aus ihrer Erstarrung lösen würden, hätte früher oder später auch die Deutsche Bank keine Chance mehr.

Die weltweit geschnürten staatlichen Rettungspakete belaufen sich inzwischen - ohne Berücksichtigung der Garantien für Bankeinlagen - auf die gigantische Summe von mehr als drei Billionen US Dollar. Die Fed kann heute getrost als einer der größten weltweiten Hedgefonds bezeichnet werden, was übrigens in gewisser Weise auch für Porsche gelten mag, wobei man hier zur Diversifikation der Risiken zusätzlich noch Autos baut.

Anleger haben auf dermaßen breiter Front Aktien verkauft, dass der globale Aktienindex MSCI trotz bereits revidierter Gewinnprognosen auf ein KGV unter 9 gerutscht ist. Noch ärger hat es die Schwellenländer erwischt, obwohl die wohl zur Zeit viel eher als Motor (oder sagen wir besser: als Differentialsperre) der Weltwirtschaft gelten können. Der MSCI Emerging Markets war per Ende Oktober zu einem KGV von 7,7 zu haben - dies vor dem Hintergrund der IWF-Prognose einer im nächsten Jahr um 3% wachsenden Weltwirtschaft (wobei die Weltbank gerade vor zwei Tagen kräftig nach unten korrigierte), wobei so oder so das Wachstum allein auf die anhaltende Dynamik der Schwellenländer zurückzuführen ist.

Dabei muss man sich ernsthaft fragen, warum Anleger, die erst in den letzten Jahren Aktienfonds gekauft haben, diese jüngst wieder - meist mit heftigem Verlust - verkauft haben. Es sollte doch klar sein, dass man in Aktienfonds mit einem Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren investiert. Dann sollte auch klar sein, dass es in einem 10-Jahres-Zeitraum ohne weiteres mal zu einem Absturz von 50% kommen kann. Ob ein solcher Absturz im ersten, im dritten oder im sechsten Jahr erfolgt, ist für das Langfristergebnis der Investition übrigens vollkommen irrelevant. Nun ist die Mehrzahl der globalen Aktienfonds noch längst nicht um 50% abgeschmiert. Also dürfte doch nun ein Anleger in den letzten Monaten nicht verkauft haben, es sei denn, er war hinsichtlich der Risiken nicht ordentlich beraten.

Unser Tipp zur ordentlichen Risikoaufklärung war - im Jahr 2005 genau so wie aktuell - immer denkbar einfach: Lieber Anlageinteressent, schließe einfach mal die Augen und stelle dir vor, du investierst jetzt 50.000 Euro und im einem Jahr komme ich (der Finanzdienstleister) wieder und es sind noch 30.000 Euro übrig. Wenn du mir nun erfreut bestätigst, dass du dich wohl fühlst, weil du nun weist, du bist auf Kurs mit deiner Investition, dann ist die Aktienanlage genau das Richtige für dich. Wenn du dir das aber nicht vorstellen kannst, dann sollten wir jetzt gleich über sinnvolle Anlagealternativen nachdenken, die dein Kapital im Krisenfall besser erhalten.

AECON-Kooperationspartner gähnen an dieser Stelle ein wenig, denn sie haben es in der Tat jahrelang immer wieder von uns genau so gehört. Und natürlich hören sie es auch aktuell, denn es muss doch niemand auf die Idee kommen, dass der heute beginnende 10-Jahres-Zeitraum von einem derartigen temporären Absturz deshalb verschont bleiben wird, weil wir gerade einen solchen hinter uns gebracht haben. Auch wenn der nächste substanzielle Absturz erst in sechs oder acht Jahren stattfinden sollte, so wird niemand vernünftige Argumente dafür finden, dass 50% Minus weniger weh tun, wenn man vorher 100% Plus gemacht hat.

Natürlich gehört zu einer ordentlichen Risikobelehrung auch die Erkenntnis, dass spezialisierte Märkte - seien es Länder, Themen oder Branchen - höhere Erträge zwangsläufig mit höheren Risiken anpeilen. So haben wir stets von Länder- oder Regionenfonds abgeraten, weil nun mal die oben in Grundzügen zitierte Risikobelehrung nochmals so verschärft werden müsste, dass sich nun wirklich kaum noch Interessenten für eine Investition finden lassen würden.

Dabei muss man sich Folgendes vor Augen führen: Wer mit einer spezialisierten Investition über 10 Jahre einen durchschnittlichen Wertzuwachs von 12% pro Jahr anstrebt, der wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich verdächtig. Geht man jedoch davon aus, dass der Markt, in den er investiert, einmal innerhalb der zehn Jahre innerhalb von 12 Monaten um 60% korrigiert, dann müssen in den verbleibenden neun Jahren durchschnittlich 25,57% pro Jahr erwirtschaftet werden. Wie viele Mutige blieben übrig, wenn man ihnen ihre Investition so erklären würde?

Nur ganz, ganz wenige BRIC-Fonds, die bereits vor mehr als drei Jahren aufgelegt wurden, sind aktuell gegenüber ihrem Startkurs im Plus. Die große Welle von Dutzenden von BRIC-Fonds hat das zarte Alter von drei Jahren noch nicht erreicht. Die meisten Fonds liegen - gegenüber ihrem Kurs bei Auflage - mit 20% bis 40% im Minus. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, um festzustellen, dass Anleger mit BRIC-Fonds per Saldo kein Geld verdient haben, denn insgesamt betrachtet wurde in diesem Segment massiv Geld verloren. Was einzelne Anleger gewonnen haben, müssen andere zwangsläufig über den Schnitt hinaus zusätzlich verloren haben.

Die Paarung von Angst und Gier sollte der menschlichen Natur eigentlich eine Schutzfunktion bieten. Warum nur geht es bei Anlageentscheidungen meist so empfindlich daneben? Machen wir es nochmals an einem konkreten Beispiel deutlich: Der "DWS Invest BRIC Plus" war einer der früh aufgelegten BRIC-Fonds. Nur wer innerhalb der ersten sechs Monate seit Auflegung in diesen Fonds investierte, hat bis heute noch kein Geld verloren (allerdings seit Auflage nur noch rund 23% Plus).

Wer zum gleichen Zeitpunkt (also bei Auflage des DWS-Fonds) in den globalen Mischfonds "HWB Portfolio Plus" investierte, der lag zwar zwischenzeitlich mal um 110%-Punkte hinter dem BRIC-Fonds. Damals wollten gierige Anleger von vermögensverwaltenden Mischfonds nichts wissen, der weniger gierige Anleger hat jedoch sein Vermögen per heute um mehr als 50% gemehrt. Je später der Vergleich beginnt, desto gewaltiger die Differenz zugunsten des vermögensverwaltenden Ansatzes. Dabei konnten die Anleger des Mischfonds zu jedem Zeitpunkt gut schlafen, denn von einem Zeitraum von ca. fünf Wochen abgesehen bewegte sich der Fondskurs schlimmstenfalls um ca. 10% unterhalb eines zuvor erreichten Höchstkurses. Selbst in der Spitze ging der Kurs des HWB-Fonds um deutlich weniger als ein Drittel des maximalen BRIC-Absturzes zurück.

Während wir aktuell eher Risikobelehrungen vornehmen müssen, um Anleger davor zu bewahren, in zu konservative Anlegen zu flüchten, die auf lange Sicht wahrscheinlich nicht einmal den Inflationsausgleich schaffen, werden wir bald wieder fragen müssen, warum Anleger sich eigentlich Risiken ins Portfolio schaufeln, die kaum noch Spielraum für Chancen lassen, wenn man es mal nüchtern betrachtet. Unsere Antworten sind kurioserweise stets die gleichen: Wenn ich eine Anlage für einen Zehn-Jahres-Zeitraum suche, dann muss diese Anlage eben zwangsläufig für gute wie für schlechte Zeiten taugen.

Wie sollte ein vernünftig agierender Berater da auf die Idee kommen, jetzt etwas anderes zu empfehlen als noch vor zwei Jahren?

 


 BGH zu "relevanten Wirtschaftsinformationen"

Brancheninformationsdienste - wahrscheinlich nicht nur in unserer Branche - erheben sich selbst häufig zur "Pflichtlektüre" und weisen in ihrer Werbung gerne darauf hin, dass es eigentlich unumgänglich ist, sie zu abonnieren, um Haftungsrisiken zu entgehen. Denn wenn ein Anlageberater negative Berichterstattung zu einem von ihm vertriebenen Angebot missachte bzw. dem Anlageinteressenten nicht zur Kenntnis bringe, so mache er sich im Zweifelsfall schadenersatzpflichtig, wenn die Investition später tatsächlich floppt.

In einem Urteil (Az: XI ZR 89/07) legte der BGH nun fest, dass Banken zwar die relevante Wirtschaftspresse auf aktuelle Informationen hinsichtlich ihrer Anlageprodukte auswerten müssen, dass die "relevante Wirtschaftspresse" jedoch wesentlich auf überregionale Wirtschaftsmedien wie die „Financial Times Deutschland“ oder die „FAZ“ beschränkt sei. Enthalten derartige Medien zeitnah und gehäuft negative Berichte, muss der Kunde davon unterrichtet werden. Die Richter gelangten sogar zur Auffassung, dass Brancheninformationsdienste keine allgemein anerkannten Publikationen für Wirtschaftsfragen darstellen, weil deren Seriosität und Qualität keinesfalls über jeden Zweifel erhaben seien.

Allerdings muss man beachten, dass sich der Urteilsspruch auf die Vermittlung eines geschlossenen Immobilienfonds aus dem Jahr 1994 bezog. Wenn es im Urteilsspruch heißt, dass Brancheninformationsdienste nicht laufend gescannt werden müssten, weil dies zu einer uferlosen, kaum erfüllbaren Ausweitung der Pflichten von Anlageberatern führen würde, so ist dies unter dem Aspekt der heutigen Verfügbarkeit von Informationen via Internet sicherlich deutlich zu relativieren.

Bleibt der sicherlich unveränderte Aspekt der Seriosität bzw. der Qualität. Es ist sicherlich ein deutlicher Unterschied, ob ein Informationsdienst sich - allein auf weiter Flur - zu einer negativen Berichterstattung versteigt oder ob flächendeckend negative Informationen über ein Angebot oder einen Initiator geschlossener Beteiligungen verbreitet werden. In letzterem Fall werden sich diese sicherlich über kurz oder lang auch in der nach dem Richterspruch "relevanten Wirtschaftspresse" finden.

Insofern ist der Richterspruch absolut zu begrüßen, denn es kann nicht angehen, dass man als Vermittler sein eigenes Geschäft bereits torpedieren muss, weil vielleicht ein einzelner Journalist oder (selbsternannter) Analyst in einer Besprechung eines Anlageangebotes Negatives zu berichten weiß. So etwas legt sofort den Vertrieb lahm, denn welcher Anleger wird sich an einem Fonds beteiligen, für den der ihn beratende Vermittler gleichzeitig mit der Empfehlung zum Kauf Nachrichten präsentieren muss, die es sinnvoll erscheinen lassen, genau auf diese Beteiligung zu verzichten.

Wir erinnern uns zum Beispiel an einen Bericht von Herrn Loipfinger, der ein Angebot von Walton derart miserabel kommentierte, dass bestimmt kein Anleger zum Kauf hätte bewegt werden können, wenn es Pflicht gewesen wäre, ihm gleichzeitig die Kommentierung des Fondstelegramms zu präsentieren. Wir hatten diesen Vorgang in unserem Newsletter vom April 2007 kommentiert und kamen unsererseits zu dem Ergebnis, dass es unter diesen Umständen toll sein muss, als Anleger über den Tisch gezogen zu werden. Fakt ist allerdings, dass der negative Bericht auf hunderten von Internetseiten ebenso wiedergegeben wurde wie in seriösen Publikationen wie "Capital".

So begrüßen wir den Richterspruch, auch wenn er sich auf eine Zeit bezieht, in der man Pressetexte noch nicht per Internet auswerten konnte, so dass die Grenzen der Zumutbarkeit heute sicherlich deutlich woanders liegen als zur Zeit des dem Urteil zugrunde liegenden Verkaufsvorgangs. Unser Tipp für freie Finanzdienstleister: Die Internetsuchplattform Google bietet eine kostenfreie Alert-Funktion an. Richten Sie sich zu jedem Produkt, welches Sie mit vermarkten, einen solchen Alert ein und Sie bekommen alle - guten wie schlechten - Nachrichten täglich per Mail frei Haus.

 

 Muster ohne Wert

In vielen Publikationen werden Musterdepots geführt, bei denen in einem wöchentlich oder monatlich erscheinenden Magazin oder einer Zeitschrift jeweils angekündigt wird, welche Veränderungen man vornehmen will, um dann regelmäßig zu berichten, wie sich das entsprechende Depot entwickelt hat. Dabei sollte man unterscheiden zwischen Publikationen, die sich an ein Fachpublikum richten, und solchen, die einer breiten Leserschaft zur Verfügung stehen. Bei letzteren darf man getrost annehmen, dass eine Reihe von Lesern die Anlageentscheidungen als Empfehlung heranzieht, um eigenständig - über einen Discountanbieter möglichst zu geringsten Kosten - das Depot nachzubauen.

Nehmen wir bspw. eine weit verbreitete Publikation wie "€uro am Sonntag". Hier werden verschiedene Depots für unterschiedliche Anlegertypen geführt, so zum Beispiel auch ein defensives Depot, welches mit einer Reihe von Fonds und einem Zertifikat bestückt ist. Redakteur Ralf Ferken gibt hier letzten Endes einer breiten Schar von Anlegern, die er im Einzelnen natürlich nicht kennen kann, Anlageempfehlungen. Natürlich kann er nur in allgemeinen Grundsätzen beschreiben, für welchen Anlegertyp sein Depot geeignet ist. Klare Worte: "Das defensive Depot ist für vorsichtige Anleger konzipiert, die wenig Risiko eingehen möchten, gleichwohl aber eine Rendite wünschen, die über risikofreien Anlagen liegt."

Wirklich alles klar? Ab wann ist ein Anleger "vorsichtig" und wie viel ist denn "wenig Risiko" eigentlich? Fragen, die der freie Finanzdienstleister (übrigens auch der Berater am Bankschalter) tunlichst klären sollte, ehe er Empfehlungen ausspricht. Der Journalist aber kann frei agieren. Haftung ist für ihn nicht vorgesehen, was ja auch in Ermangelung konkreter Beziehungen zwischen Empfehlungsgeber und Anleger juristisch schwer konstruierbar wäre.

Aber mal ehrlich: Wem schenkt ein kostenbewusster Anleger im Zweifelsfall mehr Vertrauen? Dem als Fondsfachmann ausgewiesenen Redakteur eines großen deutschen Verlages, der seit dem Jahr 2000 zum Thema Investmentfonds schreibt, oder seinem Versicherungsvermittler, der u. a. auch Investmentfonds im Angebot hat?

Was würde der Anleger seinem Versicherungsvermittler erzählen, wenn der ihm ein Depot empfohlen hätte wie das defensive Depot in der "€uro am Sonntag", nachdem der Anleger sich als vorsichtig und wenig risikofreudig beschrieben hat? Dieses Depot wurde am 01.03.2004, also vor mehr als viereinhalb Jahren - aufgelegt. Seitdem hat es (kumuliert) einen Wertzuwachs von 6,6% eingebracht. Dies wäre vielleicht gar nicht so schlimm (obwohl ein einfacher Geldmarktfonds im gleichen Zeitraum das Doppelte erwirtschaftet hätte). Schlimm ist, dass Anleger sich mit hoher Wahrscheinlichkeit erst nach einer gewissen Zeit dafür entschieden haben, sich am defensiven Musterdepot von "€uro am Sonntag" zu orientieren, weil es nämlich ganz gut zu laufen schien.

Ein guter Berater hätte erkennen können, dass die für ein konservatives Depot respektablen Ergebnisse mit Fonds erwirtschaftet wurden, die eher nicht in das Depot eines risikoaversen Anlegers gehören. Die Quittung kam mit der Krise, denn alleine seit Jahresbeginn verlor das Depot (alle Angaben per Ende Oktober) 19,6% seines Wertes. Fonds wie der "Global Advantage Emerging Markets" (minus 47,2% seit Jahresbeginn) oder der "Carmignac Investissement" (minus 35,7% seit Jahresbeginn) sind zweifelsfrei hervorragende Fonds, deren Minus im Kontext der Märkte erklärbar ist. Was aber haben derartige Fonds im defensiven Anlegerdepot verloren?

Manche Positionen des Depots haben in der Tat in einem Maß verloren, das man sich beim besten Willen nicht vorzustellen vermochte. Gewiss konnte man einige dieser Positionen seinerzeit bedenkenlos als Beimischung für ein defensives Depot akzeptieren, auch wenn man es heute besser weiß. Und sicher muss man heute einem konservativen Anleger auch erklären können, dass die Verwerfungen an den Anleihemärkten es nicht als ratsam erscheinen lassen, geschundene Bonds-Fonds jetzt zu Schleuderpreisen zu verscherbeln, wenn die Fonds-Portfolios auf aktueller Kursbasis teilweise zweistellige Jahresrenditen per Endfälligkeit zeigen, denen ein zu vernachlässigendes Ausfallrisiko gegenüber steht.

Mit derartigen Schwierigkeiten haben auch unsere Kooperationspartner zu kämpfen - die Argumente liefern wir ihnen gerne. Allerdings hätte ein adäquates Portfolio bei AECON-Kooperationspartnern auch kaum zu einer Unzufriedenheit geführt, wie es das €amS-Depot wohl auslösen dürfte.

Wir haben einfach mal die in den AECON-Depots bestandsstärksten Fonds, die wir für ein Portfolio, welches zur obigen Beschreibung passt, empfohlen haben, als Muster-Portfolio zusammengestellt. Schon die Struktur dieses Beispielportfolios zeigt erhebliche Unterschiede auf (zum Vergrößern anklicken).

Dabei haben wir die 10 bestandsstärksten Fonds, die wir für ein konservatives Portfolio für geeignet halten (und hielten)  einfach gleichgewichtet und nur die Fonds berücksichtigt, die bereits seit fünf Jahren existieren. Das Ergebnis hat selbst uns überrascht.

Über fünf Jahre erwirtschaftete der Fonds-Mix im Schnitt 5,89% pro Jahr; über ein Jahr beläuft sich das Minus auf 3,65% (zum Vergrößern anklicken).

Noch viel wichtiger: Der maximale Verlust dieses Portfolios belief sich auf 5,30% (Zum Vergleich: Der maximale Verlust des €amS-Depots dürfte weit über 20% liegen, wenn bereits seit Jahresbeginn 19,6% verloren wurden). Die Volatilität des Portfolios über drei Jahre ist mit 5,71% absolut erträglich und natürlich wären wir - je nach Anlegerinteresse - in der Lage gewesen, den Kunden noch defensiver aufzustellen.

Wenn wir uns vor Augen führen, dass konservative Anleger meist als Benchmark definieren, nichts verlieren , jedoch einen ansprechenden Ertrag erzielen zu wollen, so sollte man sich fragen, in welcher Reihenfolge der Teilziele sie sich dem Gesamtziel annähern wollen. Meist hat bei Nachfrage die Verlustvermeidung Priorität. Und deshalb wissen wir, wie schwer es bereits ist, einem konservativen Anleger einen Verlust (ausgehend von einem zuvor erreichten Depotwert-Höchststand) von nur wenigen Prozent als gute Leistung zu verkaufen. Bei einem Rückgang von mehr als 20% würden uns - so sehr wir uns auch anstrengen - die Argumente leider ausgehen. Dieses Muster(depot) hat keinen Wert.

 


 Die Macht des Zinseszinseffektes

Da wir nicht nur Newsletter schreiben sondern auch viele Newsletter lesen, stolpern wir hin und wieder über besonders lesenswerte Nachrichten, die wir gerne aufgreifen. So fanden wir in einem Online-Newsletter kürzlich einen kurzen und bündigen Beitrag zur Macht des Zinseszinseffektes, in dem sich Hans-Jörg Naumer, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors, wie folgt äußerte:

"Bei einer Einmalanlage von 10.000 Euro stehen dem Anleger bei einer durchschnittlichen Verzinsung von jährlich vier Prozent nach 30 Jahren 32.000 Euro zur Verfügung." Die Redaktion ergänzt, dass sich das Kapital dank Zinseszinseffekt verdreifacht habe. Damit es auch jeder richtig versteht, wird anschließend vorgerechnet, dass sich - wohlgemerkt über 30 Jahre - bei fünf Prozent sogar ein Vervierfachung ergeben würde. Der Beitrag gipfelt in seinem dritten Absatz in der atemberaubenden Erkenntnis, dass mit steigendem Zins und längerer Spardauer der Endbetrag dynamisch ansteigt.

Das musste ja nun wirklich einmal gesagt werden, wobei wir hoffen, dass Herr Naumer hier nicht - wie leider oft üblich - aus dem Zusammenhang gerissen zitiert wurde, denn wir können uns schwerlich vorstellen, dass er als Leiter der Kapitalmarktanalyse Interviews auf Sechstklässler-Niveau gibt. Denn was - bitte - soll uns diese Botschaft sagen? Dass wir länger sparen müssen und dabei höhere Erträge anstreben sollten, um am Ende ein besseres Endergebnis zu erzielen? Oder will er uns sagen, dass wir mit geringen Renditen zufrieden sein sollten, weil die Macht des Zinseszins-Effektes es schon richten wird? Dann sollte er vielleicht mit den Marketing-Strategen seines Hauses sprechen, die dafür bekannt sind, recht gerne mit guter Vergangenheitsperformance auf "Kundenfang" zu gehen.

Wir verweisen an dieser Stelle gerne noch mal auf den ersten Beitrag dieses Newsletters, was alles droht, wenn man einfach mal höhere Erträge anstrebt. Hier ist bei der Beschreibung von Risiken ganz eindeutig auch von der Macht des Zinseszinseffektes die Rede, wobei dessen Macht eben ganz erheblich beeinträchtigt wird, wenn die Vorzeichen wechseln.

Wir werden übrigens Herrn Naumer als Referenten auf dem diesjährigen "Petersberger Treffen" kennen lernen - vielleicht ergibt sich Gelegenheit, zu klären, wie es zu dieser sensationellen Veröffentlichung kam. Bis dahin begnügen wir uns zunächst einmal mit der Unschuldsvermutung.

 


Fonds-Check: Der Options-Strategie-Fonds

Ein junger Fonds mit einer langen Geschichte soll uns heute beschäftigen. Bereits 1997 begann man mit einem "Short Selling Programm" und entwickelte das Handelsmodell, mit dem der Verkauf von Put- und Call-Optionen auf den S&P 500-Future gesteuert wurden, ständig weiter. Die Ergenisse konnten sich sehen lassen. 1999 zum Beispiel, als der S&P 500 auf Euro-Basis satte 39,00% zulegte, konnten aufgrund klarer Trends 61,99% Wertzuwachs erwirtschaftet werden. Seine Unabhängigkeit von der Richtung, welche die Börsen vorgeben, stellte die Systematik jedoch bereits im Jahr 2001 eindrucksvoll unter Beweis. Per Saldo verlor der Euro-Anleger mit dem S&P 500 7,87%, während - wiederum aufgrund überwiegend klarer Trendlage - mit der Options-Strategie 27,46% Plus erzielt werden konnten.

Im August 2002 wurde dann auf komplexere Strategien umgestellt. Für unterschiedliche Markt-Situationen konnten auf Grundlage des ursprünglichen Handelssystems verschiedene Optionsstrategien entwickelt werden, die sich vor allem auch in kritischen Phasen wie der Börsenhausse bis März 2000, der Asienkrise, dem 3-jährigen Bärenmarkt bis März 2003 oder in kurzen Korrekturphasen wie Juli/August 2007 oder November 2007 und vor allem im jüngsten Dauergewitter bestens bewährt haben.

In keinem einzigen Jahr wurden Erweiterung der Strategie negative Ergebnisse erzielt. Trotzdem wurde jede Verlustphase gründlich analysiert, um weitere Verbesserungen insbesondere hinsichtlich des Risikomanagements zu implementieren. Heute werden 23 verschiedene Optionsstrategien umgesetzt, die sich jeweils für ein bestimmtes Marktumfeld eignen. Ein wesentlicher Einflussfaktor für die Auswahl der einzusetzenden Strategie ist die Marktvolatilität. Dabei wird aus Sicherheitsgründen nach einem Baukastenprinzip verfahren. Es wird also zunächst eine Strategie eröffnet, wenn bestimmte Signale dies sinnvoll erscheinen lassen. Erst wenn diese Strategie aus dem Risiko ist, wird eine zweite Strategie eröffnet usw.

Drehen die Strategien in die Verlustzone, wird sofort glattgestellt, um unnötige Risiken zu minimieren. Mit einem Programm namens „OptionVue“ werden alle aktuellen und zukünftigen Risiken ständig bewertet. Ein tägliches Risikoreporting in Verbindung mit einem hoch spezialisierten Optionsbewertungsprogrammen halten die Schwankung der Wertentwicklung in einem sehr erträglichen Rahmen. Seit Mai 2007 wird der maximale Verlust des Fonds auf 3% pro Monat begrenzt. Ungedeckte, verkaufte Optionen innerhalb einer Strategie werden spätestens am Geld glattgestellt.

Analysiert man die Ergebnisse seit August 2002, so kommt man zu erfreulichen Erkenntnissen: Während der S&P 500 seitdem (in Euro umgerechnet) mit mehr als 10% im Minus liegt konnte der Strategiemix im gleichen Zeitraum das eingesetzte Kapital mehr als verdoppeln. Im Durchschnitt wurden jeden Monat etwas mehr als 1% Wertzuwachs erwirtschaftet. Dabei sind in der Historie Verlustphasen (die größte mit 11,47% in der Zeit von Februar bis April 2007) enthalten, die durch die jüngsten Anpassungen des Systems in dieser Ausprägung heute geringer ausfallen würden (was nicht heißt, dass entsprechend hohe Drawdowns heute überhaupt nicht mehr denkbar sind).

Erfreulich ist die absolute Transparenz. Hier wird nicht in eine Black Box investiert, denn auf der Homepage des Fondsinitiators werden die Strategien wöchentlich aktualisiert dargestellt. Der Fonds ist nahezu unkorreliert zu den Aktienmärkten und bietet damit ein hohes Diversifikationspotential. Seit Auflage der Strategie auch als UCITS III-Fonds mit täglicher Preisfeststellung ist das mit entsprechenden Strategien verwaltete Volumen stark - zuletzt auf knapp 300 Millionen Euro - angestiegen. Am 11.11.2008 wurde erneut ein historischer Höchststand erreicht - Anleger freuen sich über derartige Konsistenzbeiträge in ihrem Portfolio.

Natürlich wird es mal wieder einige Zeit dauern, bis der Fonds verbreitete Aufmerksamkeit genießen wird. Immerhin ist der Fonds noch keine fünf Monate alt, so dass er auf dem Ranking-Radarschirm noch längst nicht erscheint. AECON-Kooperationspartner wissen hier natürlich wieder mal ein wenig früher Bescheid - sorry, wenn wir in unserem Newsletter, der einer breiten Leserschaft kostenlos zur Verfügung steht, "Ross und Reiter" nicht namentlich nennen.

 

Das immer wieder verwendbare Zitat

Wer die Wahrheit hören will,
den sollte man vorher fragen, ob er sie ertragen kann.

(Ernst R. Hauschka, deutscher Philosoph und Essayist, geb. am 08.08.1926)
 


Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall viel Erfolg bei Ihren Dispositionen und verbleiben vorerst
mit freundlichen Grüßen
AECON Fondsmarketing GmbH
Ihr Investment-Provider

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