Sofern Sie diesen Newsletter mit Ihrem Mail-Browser
nicht in einem einwandfreien Design erhalten,
klicken Sie einfach auf folgenden Link:
http://www.aecon-gmbh.de/newsletter/AECON-Newsletter130-28.04.2010.htm

 


Nr. 130 vom 28.04.2010

Wir freuen uns, Ihnen - wie gewünscht - die neueste
Ausgabe unseres Newsletters übermitteln zu dürfen.

Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen,
so senden Sie uns bitte einfach eine kurze
E-Mail

In unserem Newsletter-Archiv finden Sie stets die Newsletter der letzten 48 Monate.

Unsere Themen heute:
(klicken Sie einfach die Themen an, die Sie interessieren)

Finanzdienstleister: Ramponiertes Image

Maritime Infrastruktur und Kapitalmarkt

Die 40 Mädchen von Genf

Nicht aufzuhalten: Vermögensverwaltende Fonds

Fonds-Check: Der globale Short-Fonds
Das immer wieder verwendbare Zitat (von M. A. Rothschild)

 

Finanzdienstleister: Ramponiertes Image

Ob Frisör, Politesse, Lehrer oder Handwerker, ob Rechtsanwalt oder Steuerberater - sie alle haben ein deutlich besseres Image als Finanzdienstleister, die allenfalls noch mit Politikern um die Rangfolge der Akzeptanz beim Durchschnittsdeutschen ringen. Während früher noch ein sehr deutlicher Unterschied zwischen Bankern und Anlageberatern oder Versicherungsvermittlern gesichert war, so sind die Banken spätestens im Zuge der Finanzmarktkrise auf der Imageskala nach unten durchgereicht worden. Dabei handelt es sich zweifelsfrei um einen der wichtigsten Dienstleistungsbereiche überhaupt, denn seitdem das Versagen des staatlichen Rentensystems nicht mehr geleugnet werden kann, ist Privatvorsorge wichtiger denn je. Wenn aber die Bundesbürger Banken und freien Vermittlern/Beratern nicht mehr trauen, dann bleibt als Alternative nur die Eigeninitiative. Dass allerdings dürfte in vielen Fällen noch übler ausgehen als die Beratung durch die tief in der Gunst stehenden Finanzdienstleister.

Die Suche nach den Gründen gestaltet sich einfach, wobei es - je nach Interessenslage - durchaus verschiedene Blickwinkel gibt. Auf einen gemeinsamen Nenner kommen jedoch inzwischen alle Beteiligten: Es kann nicht angehen, dass in einem Land, in dem niemand ohne Meisterprüfung einen Hausflur gegen Bezahlung streichen darf, sofern er nicht bei einem Malermeister beschäftigt ist, die Vorsorge- und Anlageberatung vollkommen qualifikationsfrei von jedem gewerblich betrieben werden darf, der über ein eintragungsfreies polizeiliches Führungszeugnis verfügt und das Geld für eine eher sinnfreie Gewerbeanmeldung aufbringen kann. Dabei muss man sich vielleicht mal die Frage stellen, welcher Schaden durch einen unfachmännisch renovierten Hausflur im Verhältnis zu einer Fehlberatung in Sachen Altersvorsorge entstehen kann, zumal der Schaden im Hausflur sofort sichtbar ist und dementsprechend reklamiert werden kann, wohingegen der Schaden bei der Altersvorsorge oft erst zu einem Zeitpunkt offensichtlich wird, zu dem jede Reklamation zu spät kommt.

Der Handwerker absolviert seine Meisterprüfung bei der für ihn zuständigen Handwerkskammer, ehe er seinen Handwerksbetrieb eröffnen kann. Der Steuerberater absolviert ein Studium und/oder jahrelange Berufspraxis, ehe er bei der Steuerberaterkammer zur Prüfung zugelassen wird. Gleiches gilt für Rechtsanwälte oder Ärzte. Alle diese Dienstleistungs- oder Handwerkerberufe regeln ihr Standesrecht sowie Ausbildungsordnung und Prüfungsrecht in einer eigenständigen Kammer um den spezifischen Anforderungen des Berufsstandes gerecht zu werden. So dauert die Ausbildung zum Steuerberater auf dem akademischen Weg in der Regel mindestens sechs Jahr, auf dem berufspraktischen Weg sogar durchschnittlich 11 Jahre, ähnlich und teilweise länger bei Ärzten oder Anwälten. Nicht zuletzt dies dürfte dafür sorgen, dass ein Rechtsanwalt, Arzt oder Steuerberater eine deutlich höhere soziale Akzeptanz erfährt als ein Versicherungs- oder Anlageberater.

Nun steht praktisch fest, dass es als Folge der Initiative für mehr Qualität in der Finanzberatung und -vermittlung noch in diesem Jahr zumindest zwei gesetzliche Regelungen für Finanzdienstleister geben wird, nämlich die Registrierungspflicht sowie die Aus- und Weiterbildung respektive der Fachkundenachweis. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich aufgrund unterschiedlicher Interessenlagen von Banken, Versicherungen, Strukturvertrieben und freien Finanzdienstleistern einmal mehr um Stückwerk handeln wird. Ausbildungsordnungen für Banken und Versicherungen sind bei den Industrie- und Handelskammern etabliert, decken jedoch in keiner Weise den Beruf des Allfinanzberaters ab. Zu vielfältig sind bereits die Themen, die es in einer Bank oder einer Versicherung zu lernen gilt, um daraus herzuleiten, dass auch die Qualifikation für eine umfassende Altersvorsorgeberatung erbracht werden kann. Was also wird man künftig wem zumuten wollen?

Halbherzige Regelungen wie bei der Umsetzung der Versicherungsvermittlerrichtlinie helfen hier sicher nicht. Aber auch verschärfte Regeln wie die Streichung der Ausnahmeregelung für offene Investmentfonds mit EU-Pass und die Qualifizierung geschlossener Beteiligungen als zu regulierendes Produkt dürften kaum weiterhelfen, denn zunehmend musste bspw. Verbraucherschutzministerin Aigner erkennen, dass auch am Schalter der längst der BaFin-Regulierung unterworfenen Bank großer Schaden in der Beratung angerichtet werden kann. Endlich wurde einer breiten Öffentlichkeit klar, dass die Vertriebssteuerung in Banken nicht unbedingt Rücksicht auf Kundenbedürfnisse nimmt. Der angerichtete Schaden übertrifft in vielen Fällen die Fehlleistungen des freien Vertriebes. Was also sollte sich dadurch ändern, dass freie Finanzdienstleister künftig ebenfalls BaFin-reguliert sind bzw. nur noch unter einem Haftungsdach tätig sein können?

Da die BaFin schon jetzt ihren Aufgaben kaum gewachsen scheint, wird sie bei einer BaFin-Regulierung aller Finanzdienstleister die Überwachungsaufgaben an die Haftungsdächer delegieren. Bereits heute kostet die Administration einer Haftungsdach-Anbindung eines einzelnen Finanzdienstleisters durchschnittlich € 4.000 pro Jahr. Diese Kosten gehen entweder zu Lasten des Einkommens des Finanzdienstleisters oder sie müssen auf den Kunden abgewälzt werden. Leider gibt es noch eine dritte Lösung: Das Haftungsdach bietet eine kostenlose Haftungsdach-Übernahme an. Im Gegenzug gibt der Finanzdienstleister seine Unabhängigkeit an der Garderobe ab und verkauft künftig die Produkte, die entsprechende Deckungsbeiträge zur Quersubventionierung der Haftungsdach-Kosten ermöglichen.

So würden wir durch eine flächendeckende BaFin-Regulierung aller Finanzdienstleistungsprodukte qua gesetzlicher Vorschrift  der Annäherung an die bei den Banken ausgemachten Missstände kräftig Vorschub leisten. Der Verbraucherschutz kommt damit keinen Schritt weiter - im Gegenteil: Durch die Weisungsgebundenheit der künftig dann eben nicht mehr freien Vermittler wird der Wettbewerb deutlich eingeschränkt. Um diesen Missstand zu perfektionieren müsste dann natürlich nochmals die Regulierung der Versicherungsvermittler überdacht werden, denn die logische Konsequenz wäre, dass viele Vermittler, die sich nicht unter ein Haftungsdach begeben wollen, künftig offene und geschlossene Fonds über Fondspolicen verkaufen, was nicht immer zum Vorteil des Anlegers sein muss.

Will man den Wettbewerb zu Gunsten des Verbrauchers fördern, so bedarf es einer grundlegenden Überarbeitung aller im Zusammenhang mit der Berufsausübung stehenden Themen (Qualifikation, Beratungsprozesse, Rechte u. Pflichten, etc.). Ideal verwirklicht werden könnte dies in einer eigenen Selbstverwaltung – in der Form einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, also einer Finanzberaterkammer. Mit dem Kammermodell haben Anwälte, Steuerberater, Ärzte oder Handwerker gute Erfahrungen vorzuweisen. Hier sind diejenigen mit er Ausarbeitung des Regelwerks befasst, die tief in der Materie verwurzelt sind. Warum sollte es bei einer Finanzberaterkammer anders sein?

Voraussetzung wäre, dass jeder, der in der Finanz-/Versicherungsberatung tätig ist, Kammermitglied wird und sich dem einheitlichen Regelwerk unterwirft. Dies gälte selbstverständlich für alle Bank- und Versicherungsberater ebenso wie für Mitarbeiter in Strukturvertrieben sowie natürlich für alle freien Finanzdienstleister. Das Kammermodell wäre schon längst eine plausible Lösung für die Probleme der Branche gewesen. Dass es nun - praktisch kurz vor Toresschluss - in die Diskussion kommt, ist wesentlich der Initiative der EAFP (Europäische Akademie für Finanzplanung) zu verdanken. Finanzdienstleister, um deren Zukunft es hier geht, wären gut beraten, sich hautnah mit der Materie zu beschäftigen statt davon auszugehen, dass es sich hier einmal mehr um eine Regulierung handelt, die grundsätzlich nichts ändert sondern allenfalls den administrativen Aufwand erhöht. Diesmal könnte es ein böses Erwachen geben.

Um mit breiter Unterstützung für die Idee der Finanzberaterkammer zu Felde ziehen zu können. hat die EAFP auf ihrer Homepage eine Online-Umfrage (http://www.eafp.de/118.html) eingestellt, die nur ganz kurze Zeit beansprucht. Finanzdienstleister sollten sich die Zeit hierfür nehmen, denn mit ihren Stimmen wird für ihre Zukunft gekämpft. Hoffen wir, dass man sich auf eine akzeptable Gesamtlösung besinnt, die dem Schutz des Verbrauchers auch wirklich dient, statt den Wettbewerb durch unüberlegte Regulierung weiter zu verzerren. Noch ist es nicht zu spät!

    


 Maritime Infrastruktur und Kapitalmarkt

Was hat Maritime Infrastruktur mit den Kapitalmärkten zu tun? Viel, wenn das Kapital für die Errichtung solcher Infrastrukturmaßnahmen über die Kapitalmärkte besorgt wird - sei es über die Börse oder als Private Placement. Was aber muss man sich unter Maritimer Infrastruktur eigentlich vorstellen? Abgeleitet ist das Wort Infrastruktur vom lateinischen "infra", was so viel wie "unterhalb" bedeutet. Die Infrastruktur ist also der Unterbau, der das Funktionieren einer Volkswirtschaft durch langlebige Grundeinrichtungen personeller, materieller oder institutioneller Art überhaupt erst möglich macht.

Ohne ein dichtes Netz von Autowerkstätten wäre die Verbreitung des Automobils wohl stark eingeschränkt gewesen. Autohersteller sind auf eine entsprechende Infrastruktur angewiesen, um Autos besser absetzen zu können. Nicht anders ist es auch in der Schifffahrt. Schiffe müssen regelmäßig gewartet und repariert oder gar umgebaut werden. Anleger, die an einem größerem Schiff beteiligt sind, kennen die Problematik: Werften, die an den großen Handelsrouten liegen, können Schiffe nur bis zu einer gewissen Größe aufnehmen. Zudem sind 90% aller Werften auf den Schiffsbau - und nicht auf Wartung und Reparatur - spezialisiert. Werften in Hamburg oder Rotterdam, am Suezkanal oder im Mittelmeer können sich, selbst wenn sie wollten, gar nicht auf immer größere Schiffe einstellen, weil es vor allem an der notwendigen Wassertiefe in den Küstengewässern hapert. Um Schiffe mit 15 oder 20 Metern Tiefgang ins Dock zu hieven bedarf es aufgrund der dafür notwendigen Schrägstellung einer deutlich größeren Wassertiefe.

So müssen Schiffe ab einer gewissen Größenordnung für die große Dockung oder für Reparaturarbeiten tausende von Seemeilen absolvieren, um einen entsprechenden Hafen anzusteuern. Zuvor muss die Ladung gelöscht werden, so dass auch noch für einen erheblichen Zeitraum keine Chartereinnahmen generiert werden können. Noch schlimmer sieht es aus, wenn ein Schiff mit einem schweren Schaden abgeschleppt werden muss. Neben dem Schleppschiff muss nicht selten auch noch die Ladung auf ein drittes Schiff umgeladen werden. Die Kosten sind immens - egal, ob sie Schiffseigner, Versicherer oder - bei Gewährleistungsschäden - Schiffshersteller treffen.

Nun entsteht am Bosporus ein Service- und Reparaturhafen, in dem Schiffe bis zu einem Gesamtgewicht von 80.000 Tonnen ins Trockendock gehievt werden können. Dabei ist es sogar unerheblich, ob die Ladung vorher gelöscht wird oder ob die Schiffe mit Ladung aufgedockt werden. Warum ausgerechnet die Lage eines solchen Hafens am Bosporus besonders günstig ist, erklärt sich aus der Frequentierung dieses Handelsweges. Während der Panamakanal oder der Suezkanal von 14.000 bzw. 21.000 Schiffen pro Jahr durchquert werden, bringt es das Nadelöhr Bosporus auf knapp 70.000 Schiffe pro Jahr. Mit der Fertigstellung weiterer Ölpipelines hin zum Schwarzen Meer wird insbesondere die Zahl der Tanker, die künftig durch den Bosporus müssen, stark steigen. Kein Wunder, dass alleine bei Istanbul offiziell jährlich 400 Großschäden bei Schiffsunglücken registriert werden.

Wir hatten das Projekt bereits vorab in unserem Newsletter vom Dezember 2009 beschrieben. Weitere interessante Informationen finden Sie auf der Website http://www.bs-maritimeservices.com. Nun geht es in die Vermarktungsphase, denn nachdem Anleger sich zunächst in einem Private Placement ab € 200.000 praktisch ohne Weichkosten beteiligen konnten (und noch können), steht nun in Kürze die Vermarktung im Retailvertrieb ab € 10.000 pro Anleger auf dem Programm. Rund 85 Millionen Euro wurden bereits vom Initiator aus eigenen Mitteln investiert. Anders als üblich bleibt die Kuzu-Gruppe mit diesem Kapital (gut 50% des endgültigen Aktienkapitals) auch dauerhaft investiert. Die deutschen Anleger investieren über eine vermögensverwaltende KG ohne Umweg exakt in die gleichen Aktien des Hafenbetreibers.

AECON ist mit der Administration des Vertriebes beauftragt. Der Vertrieb selbst kann dabei über unterschiedliche Kanäle - natürlich auch auf Basis einer Direktanbindung zum Initiator "Bosporus Shipyards" - erfolgen. Natürlich können AECON-Kooperationspartner die Abwicklung auch unmittelbar über uns vornehmen. Um das Projekt in seinen vielen Facetten vorzustellen, laden wir gemeinsam mit der zur Kuzu-Gruppe gehörenden Bosporus Shipyards zu einer kleinen Veranstaltungsreihe "Maritime Infrastruktur und Kapitalmarkt" ein. Hier die Daten:

Symposium "Maritime Infrastruktur und Kapitalmarkt"
Ort Datum Zeit
München 18.05.2010 14:00 - 17:30 Uhr
Frankfurt/Main 19.05.2010 14:00 - 17:30 Uhr
Hamburg 25.05.2010 14:00 - 17:30 Uhr
Düsseldorf 26.05.2010 14:00 - 17:30 Uhr

Hier geht es zum Programm und zum Anmeldeformular

John B. Marshall und Selim Kuzu
referieren beim Symposium "Maritime Infrastruktur und Kapitalmarkt"

Freuen Sie sich auf eine interessante Veranstaltung, bei der Ihnen neben den erwähnten Themen auch Perspektiven für weitere interessante Beteiligungsangebote der Kuzu-Gruppe aufgezeigt werden. So könnte es unter dem Oberbegriff Infrastruktur bspw. auch Beteiligungsmöglichkeiten an Wasserkraftwerken oder innerstädtischen Parkhäusern geben. Wir freuen uns darauf, Sie an einem der Veranstaltungsorte zu begrüßen.

 

 Die 30 Mädchen von Genf

Staatsschulden sind nun wirklich kein neues Phänomen. Auch wenn uns der faktische Bankrott von Griechenland heute von den Medien als etwas Ungeheuerliches präsentiert wird, so müssen wir uns doch darüber im Klaren sein, dass in den letzten 200 Jahren im Schnitt jedes Jahr jeder fünfte Staat weltweit mit Bankrott oder Restrukturierung seiner Schulden in Erscheinung trat.

So ging es auch dem "Ancien Régime", wie die Zeit vor der Französischen Revolution in Frankreich bezeichnet wurde. Über 100 Jahre befand sich das Land statistisch gesehen in jedem zweiten Jahr in einem teuren Krieg. Adel und Klerus waren von Steuerzahlungen befreit, so dass die ganze Last der Staatsfinanzen vom einfachen Volk geschultert werden musste. Getrost kann man die desolate Lage der Bevölkerung als einen der Auslöser für die Französische Revolution einordnen. Wären da nicht einige erfindungsreiche Finanzminister und Banker gewesen, so wäre Frankreich schon viel früher kollabiert.

Am kreativsten waren wohl die Erfinder von Leibrenten, bei denen mehrere Anleger ihr Geld bündelten und es dem Staat im Gegenzug gegen Gewährung einer Leibrente überschrieben. Dabei wurden Geldanlage und Lotterie miteinander vermengt, weil die Leibrente der Überlebenden jedes Mal dann stieg, wenn einer der beteiligten Anleger starb. Diese Systematik bot natürlich auch Anreize, sich aktiv um das Ableben der anderen Leibrentenempfänger zu kümmern.

Genfer Bankiers entwickelten ein anderes Modell der Leibrente. Ihre Überlegung war, dass wohl kaum jemand eine längere Lebenserwartung haben könne als gesunde Mädchen aus dem Genfer Bürgertum, die ihre Kinderkrankheiten bereits hinter sich hatten. Nun wurde eine Leibrente kreiert, die so lange gezahlt werden sollte, bis das letzte der 30 Mädchen als alte Frau sterben würde. Dabei erwarben die Banker auf dieser Basis zunächst einmal selbst die Leibrenten, die in handelbare Wertpapiere aufteilten. Es war nichts anderes als eine Verbriefung von Forderungen, denen man heute wohl aufgrund der zu erwartenden langen Lebensdauer ein gutes Rating bescheinigen würde. Es war nicht zuletzt das Geschäft mit Staatsschulden, das Bankhäuser wie Rothschild aufsteigen ließ. Diese Geschäfte beflügelten die Entwicklung des Börsenhandels an vielen Finanzplätzen.

Eines konnten Banken und Anleger jedoch mangels Transparenz nicht berücksichtigen: Die ungeheuerliche Inflation der Staatsschulden. Nur die Krone und der Finanzminister wussten tatsächlich um die ruinöse Verschuldungssituation des Staates, der hemmungslos das Geld seiner Bürger nahm, um die ständig größeren Löcher im Staatshaushalt zu stopfen. Eine Finanzplanung gab es nicht. Kamen die Einnahmen nicht schnell genug, so wurden zusätzliche Banknoten ausgegeben, weil der Staat ansonsten Bankrott hätte anmelden müssen.

So leisteten die 30 Mädchen von Genf sicherlich einen erheblichen Beitrag zur Verzögerung des Staatsbankrotts, der in die Revolution mündete. Die Folgen dieser Finanzkrise waren verheerend und erst 11 Jahre nach Ausbruch der Französischen Revolution sorgte Napoleon Bonaparte mit der Gründung der Banque de France für geordnete finanzielle Verhältnisse, die allerdings - wie wir wissen - auch nicht bis in die heutige Zeit hinein hielten.

 

 
www.xing.com
zur Gruppe "Vermögensverwaltende Fonds" anmelden!
Hier präsentieren nahezu 170 Anbieter sich und ihre rund 400 Fonds.
 


 Nicht aufzuhalten: Vermögensverwaltende Fonds
 

Für uns und unsere Kooperationspartner ist die Woge des Erfolges von vermögensverwaltenden Fonds nun sicher keine Überraschung, denn die nun schon jahrelange Fokussierung auf entsprechende Fonds hat mit "Mode" nichts zu tun. So sehen wir es sehr kritisch, dass Banken und freie Berater schon wieder mit den Chancen von Länder- und Themen-Investitionen liebäugeln. Das Anlegervertrauen in die Börsen, so konnten wir gerade erst lesen, ist auf den höchsten Stand seit Herbst 2007 zurückgekehrt. Nun wissen wir alle, dass dies nicht gerade eine besonders gute Zeit war, um das Geld in Aktien zu investieren. Was also will uns das jüngst stark gestiegene Anlegervertrauen signalisieren? Vielleicht, dass wir schon wieder vorläufigen Höchstkursen nahe sind - sicher ein guter Investitionszeitpunkt.

Dass sich zunehmend viele Finanzdienstleister von den tollen Performanceangaben und -aussichten nicht mehr beeindrucken lassen, freut uns. Der geradezu unglaubliche Zuspruch bei der von uns begleiteten IVIF-Roadshow zeigt klar und deutlich, wie groß das Interesse an den Leistungen der vermögensverwaltenden Fondsboutiquen ist. Rund 650 Teilnehmer bei den sechs deutschen Roadshow-Stationen bestätigen uns in unserer klaren Fokussierung auf das inzwischen sehr breite Angebot im vermögensverwaltenden Segment, mit der wir respektive die Kunden der von uns betreuten Finanzdienstleister bestens über die Krise hinweg gekommen sind.

In der entsprechenden Gruppe des Business-Kontaktnetzwerkes XING (siehe oben) tummeln sich bereits weit mehr als 1.100 IFA´s, Vermögensverwalter, Finanzplaner oder sonstige Investment-Professionals. Anbieter entsprechender Fonds präsentieren hier sich und ihre Fonds. Auch der Axel Springer Financial Media-Verlag hat die Zeichen der Zeit längst erkannt und präsentierte in diesen Tagen ein in Kooperation mit uns entstandenes €uro spezial (Link zur eBook-Version: http://www.finanzen.net/euro/spezial-0410/index.html), in dem sich bekannte und unbekannte Anbieter mit ihren Fonds präsentieren. Der Erfolg der Publikation lässt uns davon ausgehen, dass es sich auch hierbei nicht um einen Modetrend sondern eine dauerhafte (jährliche) Veröffentlichung handeln dürfte, für deren nächstjährige Ausgabe sich jetzt bereits die ersten Interessenten gemeldet haben.

Eine Reihe weiterer Internet-Pattformen will sich ausschließlich mit dem zunehmend breiten Angebot vermögensverwaltender Fonds beschäftigen und es wird nach unserer Einschätzung nicht mehr lange dauern, bis das Prinzip der Einteilung von Fonds in bestimmte Peergroups endgültig scheitert. Zu unterschiedlich sind die Konzepte und für manchen Fonds (wie bspw. den im heutigen Fonds-Check besprochenen) ist eine Kategorisierung nach herkömmlichen Vergleichsgruppen gar nicht möglich. So wird die Kategorisierung von Fonds sich nach unserer Überzeugung zunehmend an den für Anleger nachvollziehbaren Risikoparametern orientieren müssen. Kennzahlen wie die Sharpe Ratio sind hier bspw. völlig ungeeignet. Gerade nach Krisenphasen ergibt sich bei Fonds mit negativer Sharpe Ratio das Phänomen, dass nun die (gemessen an der Kennzahl) schlechteren Fonds im Ranking oben stehen. Ein Kennzahl wie die Volatilität vermittelt keinerlei Anhaltspunkte dafür, wie lange der Anleger schlimmstenfalls damit rechnen muss, in seiner Depotübersicht einen geringeren Wert als den investierten Betrag ausgewiesen zu bekommen.

Ideal wäre natürlich ein Soll-/Ist-Vergleich. So wie Anleger geschlossener Fonds notwendigerweise eine Prognoserechnung über einen nur schwer prognostizierbaren Zeitraum erstellen müssen und dabei zunehmend oft mit großer Vorsicht ans Werk gehen, so wäre es sinnvoll, wenn die Anbieter von offenen Fonds zumindest das Risiko einer Investition in ihren Fonds quantifizieren würden. Dieses Risiko ist - abseits herkömmlicher Kennzahlen - aus Anlegersicht am ehesten die im Extremfall zu erwartende Höhe eines temporären Kursverlustes und die Dauer, bis dieser wieder aufgeholt sein wird. Fonds, die in diesem Jahr ihr 10-jähriges "Under-Water-Jubiläum" feiern oder dieses gar bereits hinter sich haben, sollten auf Privatanleger dann vielleicht keinen Reiz mehr ausüben.

Der "Modernen Portfoliotheorie" von Markowitz fehlt die zeitliche Dimension, welche die sich ständig - und teilweise gravierend - verändernden Risikokennziffern berücksichtigen könnte. Aber auch die "Moderne Portfoliopraxis" muss damit auskommen, dass sich erst die Kurse ändern und dann die damit verbundenen Kennzahlen. Ein guter Mix unterschiedlicher vermögensverwaltender Fonds ist für derartige Herausforderungen besser gewappnet als die nach schnell vergänglichen Kriterien zusammengestellte Depot-Allokation einiger Aktien-, Renten- und Geldmarktfonds (egal, ob es sich dabei um aktiv gemanagte Fonds oder um passive Indexprodukte handelt). Ob uns - wie inzwischen zunehmend oft prognostiziert - ein erneutes goldenes Aktien-Jahrzehnt bevorsteht oder ob uns auf Jahre japanische Verhältnisse drohen, wir halten es mit dem unten wiedergegebenen Zitat und fühlen uns mit einer guten Auswahl vermögensverwaltender Fonds in beiden Szenarien wohl.
 

ausführliche Informationen über unsere Dienstleistungen
 (einfach anklicken)



Fonds-Check: Der globale Short-Fonds
 

Wie kann ein Fonds, der auf fallende Kurse setzt, indem er sich überwiegend short positioniert, unter der Annahme langfristig steigender Börsenkurse Geld verdienen? Das geht eigentlich nicht und doch belehrt uns ein Fonds des Besseren. Sein Geheimnis: Die Ausrichtung auf verschiedene miteinander kombinierte Strategien, die dem Fonds per Saldo ein anständiges Performancepotential ermöglicht. .

Was diesen Fonds von vorneherein zu einem besonderen Fonds macht, ist seine offensichtliche Fähigkeit, einen großen Teil seines Wertzuwachses in Phasen zu erzielen, in denen es den globalen Aktienmärkten (gemessen am MSCI World) eher schlecht geht (Grafik zum Vergrößern anklicken).

Grundlage für die Mixtur aus direktionalen und marktneutralen Investmentstrategien bilden die Erkenntnisse aus der Behavioral Finance. Verhaltensmuster, die Anleger aufgrund subjektiver Erwartungen hinsichtlich des weiteren Kursverlaufs ausbilden, in Verbindung mit der Quantifizierung und Analyse des Marktsentiments lassen Rückschlüsse auf künftige Marktentwicklungen zu. Wie bei jedem System gibt es natürlich auch hier nicht nur richtige Signale. Hin und wieder ist es auch eine Frage, früher oder später Recht zu haben, wie wir später - und in Zukunft - noch sehen werden.

Neben der Behavioral Finance-Theorie werden auch Erkenntnisse der darwinistischen Kapitalmarkttheorie (Evolutionary Finance) herangezogen. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Kapitalmarkt als Wettbewerb verschiedener Anlagestrategien zu betrachten ist, bei dem Anlagegelder von weniger aussichtsreichen Segmenten abgezogen und in aussichtsreichere Anlagen bzw. Strategien investiert wird.

Das Fondskonzept ist - zumeist antizyklisch ausgerichtet - auf die Erwirtschaftung einer positiven Rendite in Aktienmarktkorrekturen und Bärenmärkten fokussiert. Das Ziel ist die Identifikation kurz- bzw. mittelfristiger Wendepunkte, d.h. die Eröffnung einer Long-Position an Tiefpunkten und einer Short-Position an Hochpunkten. Dabei können verschiedene Märkte gegeneinander "ausgespielt" werden, wobei der Fonds sich insgesamt meist short positioniert und Long-Positionen nur bei maximalem Vertrauen in einen von einem angenommenen Tiefpunkt aus wieder steigenden Aktienmarkt vornimmt. Im oben abgebildeten Zeitraum war dies lediglich zweimal der Fall.

Die Strategien werden mit Optionen, Futures und ETF´s umgesetzt, wobei auf regulierte börsennotierte Instrumente ohne Kontrahentenrisiko zurückgegriffen wird. Wie eine solche Portfoliokonstruktion aussehen kann, zeigt beispielhaft die nebenstehende Übersicht (zum Vergrößern anklicken). 

Ganz so risikoarm wie es die obere Grafik vermuten lässt, läuft der Fonds allerdings nicht immer, denn natürlich kann es vorkommen, dass Einzeltitel oder Märkte sich (zunächst) nicht in die prognostizierte Richtung entwickeln. So verzeichnete der Fonds in den letzten Tagen einen ungewöhnlich hohen Wertverlust und entwickelte dabei ein überdurchschnittlich hohes negatives Beta zu breiten Aktienindizes – wie dem MSCI World oder dem S&P 500. Ursächlich hierfür sind die zeitgleichen Drawdowns in verschiedenen Substrategien des Fonds. Während die marktneutralen Strategien überwiegend ein hohes Diversifikationspotential zu temporären Verlusten im Market Timing boten, erlitten sie diesmal parallel zum Market Timing signifikante Verluste.

Mit derartigen Einbrüchen kann man jedoch deutlich besser leben, wenn sich auf der anderen Seite die Mehrzahl der im Anlegerdepot enthaltenen Fonds aufgrund der weiter anhaltenden Aufwärtsdynamik bestens entwickelt. Die nächste Korrektur oder gar Krise kommt bestimmt. Vielleicht war mit dem aktuellen Kurseinbruch (diese Zeilen wurden am 27.04. nach Börsenschluss geschrieben) schon wieder alles ganz anders. 

 

Das immer wieder verwendbare Zitat

Wer sein Vermögen schützen will,
glaubt gar nichts, sondern rechnet mit allem.

(Mayer Amschel Rothschild, Gründer der Rothschild-Dynastie, 23.02.1744 - 19.09.1812)
 


Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall viel Erfolg bei Ihren Dispositionen und verbleiben vorerst
mit freundlichen Grüßen
AECON Fondsmarketing GmbH
Ihr Investment-Provider

Impressum